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Wenn sich Gurken und Bambus beim Honig treffen
Kleinobringen (haw) - „Kann an des Bambus Riesenhalmen / Wohl eine Lebensfrucht gedeihn?“, fragt Ludwig Bechstein (1801-1860) in seinem Gedicht „Chor“. Und er antwortet gleich auf seine Art; „Kein starrer Farn versunkner Welten / Kann für der Pflanzen Herrscher gelten! / Nein! Ew‘ger König ist der Wein!“
Diese „Süß-sauren Honiggurken mit Bambussprossen“ sind als Mitbringsel gedacht für Gastgeber bei Auftritten der Bambus-Fee.© Foto: haw
Nun, hier irrt Bechstein etwas. In diesem Falle kann er nicht den Autoritätsbeweis liefern. Offensichtlich, weil er den Bambus nur von Bildern her kannte. Wenn man so will: Der Bambus ist ein Süßgras und hat zwei Leben. Eines oben - über der Erde - und eines unten - an der Wurzel. Um im Bilde zu bleiben: das dekorative und das intensive.
Egon Borowski, vom Bambus-Land, Kleinobringen: „Die Bambusarten haben unterschiedlich wachsende Rhizome. Die langen und schlanken wachsen horizontal in den oberen 30 Zentimetern des Bodens. Sie können mehrere Meter lang werden, bevor sich wieder ein Halm entwickelt. Diese Rhizome können durchaus einige Meter pro Jahr zurücklegen. Die dicken und kurzen bilden in kurzen Abständen neue Triebe. Dadurch wachsen diese Bambusse in mehr oder weniger dichten Horsten und wuchern nicht. Und dann gibt es noch Bambus-Arten mit dicken und langen Rhizomen…“
Es tut sich also allerlei unten an der Bambuswurzel. In asiatischen Gefilden weiß man dies schon seit Jahrtausenden. Dort sind die so genannten Bambussprossen längst Teil der Alltagsernährung. Langsam, aber beständig kommen sie nun auch auf den Tisch des Hauses in unseren Gegenden.
Bambussprossen (Phyllostachys spp) gehören zum Stengelgemüse. Blätter, Herz und die süßliche Flüssigkeit, die aus den angeritzten Stielen austritt, sind ebenfalls essbar. In Deutschland kann man Bambussprossen getrocknet oder in Konserven erhalten, im Asialaden gibt es auch frische.
Tipp: Frische Sprossen sollten vor dem Zubereiten roh zerteilt und in leicht gesalzenem Wasser etwa fünf Minuten gekocht werden. Aus der Konserve kann man Bambussprossen ohne weitere Zubereitung essen.
Wer den ganzen Garten voller Bambus hat, wird irgendwann auch mal probieren wollen, wie er selbst geerntet schmeckt.
Egon Borowski: „Gemeinsam mit unserer Bambus-Fee habe ich eine Reihe von Auftritten zu den verschiedensten Anlässen. Und irgendwie sind wir draufgekommen, dass wir sozusagen ein kleines, aber typisches Mitbringsel brauchen. Eine sympathische Aufmerksamkeit, die den Gastgeber nicht überfordert, wie etwa eine Pflanze. So ist die Idee entstanden, ‚Süß-saure Honiggurken mit Bambussprossen‘ in Gläser zu bringen.“
Die Voraussetzungen zur „Produktion“ sind im Bambus-Land von Kleinobringen relativ günstig. Die Gurken wachsen in Gewächshäusern, in denen die Bambuspflanzen überwintern. Der Honig kommt von einem Imker aus Schöndorf. Der Apfelessig ist selbst angesetzt. Borowski: „Nur ein paar Gewürze und die Bambussprossen kommen von außerhalb.“ Bei den Sprossen hat das seinen guten Grund: Die Pflanzenbestände des Bambus-Land sind noch ziemlich jung. Und deshalb die Wurzeln noch viel zu zart.
Wer sich für das Rezept von „Süß-saure Honiggurken mit Bambussprossen“ interessiert, kann es per E-Post anfordern: Info@bambus-land.de.